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am 18. April

Nichts zu Verschenken - oder doch?

Bettina Bergauer - Roboter und Maschinen werden uns immer mehr Arbeit abnehmen. Wie gehen wir damit um, wenn es viel weniger Jobs gibt als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen? Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein möglicher Lösungsansatz, der für manche ein längst fälliges Konzept ist und von anderen vehement bekämpft wird.

Der Dokumentarfilm FREE LUNCH SOCIETY macht sich auf eine Reise um die Welt und taucht in die Tiefen einer komplexen Materie ein. Vielfältige und gegensätzliche Stimmen kommen zu Wort die zeigen, wie sehr das Thema mit Tabus und Vorurteilen aufgeladen ist. 

Im Anschluss an die Filmvorführung am 20. April 2017 diskutierten der Regisseur und Drehbuchautor Christian Tod und Helmo Pape, Mitgründer der Vereins „Generation Grundeinkommen“ mit dem interessierten Publikum.

Der Film bringt Beispiele aus verschiedenen Ländern in denen mit dem bedingungslosen Grundeinkommen bereits Erfahrung gesammelt wurde.

Die anschließende Diskussion zeigte die vielen Facetten zu diesem Thema auf. Menschen werden zunehmend von Maschinen ersetzt, Arbeitslosigkeit und Armut könnten dadurch weiter steigen. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. „Ohne einer Mindestanzahl an Kunden kann weder ein kleiner Betrieb überleben noch ein großer Konzern. Daher müssen alle Menschen am Wirtschaftssystem teilhaben können“, ist Gemeinderätin Bettina Bergauer überzeugt: „wie das dann im Detail dann aussieht darüber muss man sich noch unterhalten.“ Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde ein bescheidenes Leben absichern und den Arbeitsmarkt entlasten. Dafür hätten die Menschen mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten. Eltern könnten beispielsweise bei ihren Kinder zuhause bleiben.

Wer soll das bezahlen? „Für Durchschnittsverdiener würde sich kaum etwas ändern. Jene, die unter der Armutsgrenze leben, würden davon profitieren und die sehr Reichen würden höhere Steuern zahlen.“, sagt Helmo Pape.

Die Wortmeldung einer Zuschauerin: “Da kann ich ins Waldviertel ziehen, weil ich dann nicht mehr nach Wien arbeiten fahren muss“, zeigte, dass damit auch die Landflucht gestoppt werden könnte.

Die meisten Diskutanten meinten jedoch, dass sie ihren Job nicht aufgeben würden. Denn alles was man dazu verdient, ermöglicht dann ein komfortableres Leben. 

Alle Fotos: schiffer-foto.com​