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am 14. Mai

Synagoge oder Parkplatz?

Helmut Stachowetz-Axmann - Gänserndorf ist nicht gerade eine Stadt, die man wegen ihrer historischen Gebäude besuchen würde. Was nicht heißt, dass es nicht doch welche gibt.

Schon Anfang der 2000er Jahre hat die Diskussion begonnen. Statt der Synagoge sollte eine Einkaufspassage gebaut werden. 

2014 wurden die Pläne erneut aufgegriffen. Im kleinen Kreis wurde der Abriss des Gebäudes auf der Bahnstraße beschlossen. Die Kultusgemeinde besichtigte noch einmal das Haus, stellte fest, dass die in den 60er Jahren von der Gemeinde beschlossenen eckigen Fenster, das Gesamtbild zu stark verändert hatten. Die ursprüngliche Synagoge war nicht mehr zu erkennen.

In Gänserndorf gibt es keine jüdische Gemeinde mehr. Aktuell beherbergt die ehemalige Synagoge das Jugendzentrum. 

Egal welche Geschichte das Haus hat, als Synagoge wird es sicher nicht mehr verwendet werden. Aber muss es deshalb abgerissen werden?

In Hollabrunn wurde die Synagoge zu einem Wohnhaus umgebaut, in Krumbach beherbergt sie das Gemeindeamt und in Stockerau ist sie zu einer evangelischen Kirche geworden. 

Auf der Suche nach attraktiven Angeboten, die KundInnen in die Bahnstraße bringen sollen, verlieren sich unsere Planer in der Suche nach Parkflächen -  ohne auch nur darüber nachzudenken, dass diese Fahrzeuge die Parkplätze irgendwie erreichen müssen. 

Wer will eigentlich mehr motorisierten Verkehr im Zentrum?

Wir haben mitten in der Stadt ein Haus mit Geschichte. Das sollten wir umfassend nutzen.