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am 20. Mai

Stau & Staub!

Beate Kainz - Wenn Waren auf der Schiene von China nach Europa gebracht werden, ist das grundsätzlich zu begrüßen. Vor allem, wenn sie so lange wie möglich auf der Schiene bleiben.

Aktuell wird darüber nachgedacht, die Breitspurbahn bis nach Österreich zu verlängern. Parndorf war lange Zeit in der engeren Auswahl - besonders wegen der guten Autobahnanbindung​.

Das Ende der Breitspurbahn in Österreich soll nämlich nicht die Verladung auf vorhandene Gleise möglich machen. Das Ende der Breitspurbahn bedeutet die Umverladung in LKWs  und die Durchquerung Europas auf der Straße.

Wir befinden uns in einem Feinstaubsanierungsgebiet. Wir haben Schottergruben, die - wenn es nach den Betreibern geht - noch jahrzehntelang zu Deponiehügeln ausgebaut werden sollen. Staub durch Befüllung der Gruben und LKW-Verkehr.

Wir haben eine Müllverbrennungsanlage, in deren UVP die  Nasswäsche der Abgase verhandelt wurde, die mit trockener Rauchgasreinigung erreichtet worden ist und vorrangig mittels LKW beliefert wird.

So lange nicht über den Verbleib der Waren auf der Schiene nachgedacht wird, brauchen wir auch nicht über die Verlängerungen der asiatischen Bahnverbindung nach Österreich nachdenken. 

Die Voraussetzung für den 200ha großen Terminal ist kein bestehendes Bahnnetz, sondern eine Autobahn für weiteren LKW-Verkehr. Das widerspricht nicht nur unseren selbstauferlegten Klimazielen, sondern ganz grundsätzlich jeder vernunftorientierten Verkehrsplanung.

Es macht keinen Sinn, in den Ausbau des LKW-Verkehrs zu investieren, um Waren, die schon auf der Schiene transportiert wurden, wieder auf unsere Straßen zu bringen. Hier geht es nicht um die berühmte letzte Meile, sondern um LKW Kolonen, die sich durch Österreich quälen.

Die GRÜNEN des Bezirks empfehlen, anstatt in einen 300 Fußballfelder großen Güter-Terminal zu investieren, die rund 2 Milliarden Euro in den – vor kurzem zurückgestellten – Ausbau der vorhandenen Bahninfrastruktur zu stecken. Für die Lebens- und Luftqualität in Österreich - damit Feinstaubsanierungsgebiete in Zukunft der Geschichte angehören - und zum Wohle der PendlerInnen!