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am 12. November 2019

Starkstrom durchs Naturschutzgebiet?

Beate Kainz - Wenn durch das Natura 2000 Gebiet eine 110kV Leitung gespannt werden soll, muss das schon schwerwiegende Gründe haben, oder?

Von Untersiebenbrunn nach Oberweiden soll - quer durchs Natura 2000 Gebiet, quer durchs Vogelschutzgebiet - eine 110 kV Freileitung gespannt werden.​ Argumentiert wird die vorgeschlagene Trasse mit einer bereits vorhandenen Leitung der ÖBB. Nicht dazu gesagt wird, dass diese ÖBB Leitung bereits seit 1976 existiert. Anfang der 90er Jahre wurde dann der Naturschutz über das Gebiet verhängt. Die Leitung wurde somit inkludiert. 

Würde die vorhandene Leitung jede weitere rechtfertigen, wäre das gleich bedeutend mit einem Weg durch den Wald, der Rodungen für jeden weiteren Weg daneben rechtfertigt. Vom Wald wird wohl nicht viel überbleiben...

Das Land NÖ hat in seiner Antwort darauf hingewiesen, dass es sich nur um ein Vorprüfungsverfahren handelt und daher die Trasse noch nicht festgelegt ist. Egal, wo sie in der eingezeichneten Strecke verläuft, immer quert sie das Natura 2000 Gebiet. Was an sich schon Grund genug sein müsste, auch die Vorprüfung zu unterlassen und einen geeigneteren Weg zu suchen.

Interessant ist in dem Zusammenhang aber auch die Begründung für die neue Starkstromleitung.

Geht es dabei doch um den vermehrten Strombedarf, der im Eco-Plus Park in Marchegg schlagend wird, sobald die S8 fertig gestellt ist.

Dieser Abschnitt der S8 wurde bisher noch nicht einmal zur UVP vorgelegt. Der Bau des ersten Abschnitts noch nicht begonnen…

Es gibt keinen Grund notwendige Starkstromleitungen abzulehnen – und sicher kann auch für jede eine vernünftige Trasse gefunden werden.

Bei dieser Leitung fehlt aber offensichtlich sogar die Notwendigkeit.

​Dem Trassenplan haben wir das ausgewiesene Naturschutzgebiet gegenüber gestellt. Der Schriftverkehr ist in der rechten Spalte.


die vorgeschlagene Trasse - links Untersiebenbrunn, rechts Oberweiden
NÖ Atlas Naturschutzgebiete