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am 16. Juli

Nicht alles was einen Wert hat, muss auch einen Preis haben...

Beate Kainz - Kann es Gänserndorf schaden, wenn es über seine Geschichte nachdenkt? Ja. Weil es sehr wohl drauf ankommt, wie es das tut.

Als 2014 im Stadtrat beschlossen wurde, statt der Synagoge Parkplätze zu errichten, hatte Gänserndorf einen SPÖ Bürgermeister. Aufgegriffen wurde der Beschluss bekanntlich vom ÖVP Bürgermeister. 

Dass die GRÜNEN für die Synagoge Partei ergriffen haben, ist hinlänglich bekannt. Dass sie seitdem zum Rücktritt aufgefordert werden, weil sie Gänserndorf damit angeblich schaden, auch.

Interessant. Wir glauben nämlich, dass die Art wie mit der Geschichte der Gänserndorfer Juden augenblicklich umgegangen wird, Gänserndorf weit mehr schadet. 

Kaum hat das Bundesdenkmalamt Synagoge und Rabbinerhaus unter Schutz gestellt, kam auch schon der Einspruch des Bürgermeisters. 

Jetzt lesen wir - einen Monat nach einem offiziellen Baumeister Befund zum Zustand des Hauses - in einer gratis Zeitung, dass das Haus statische Probleme hat und daher für die Gemeinde sowieso wertlos ist. 

Egal ob die Synagoge (bei der der Verfall dann doch überraschend schnell gekommen wäre) oder das Rabbinerhaus gemeint waren,  wenn wir in Gänserndorf schützens- und erhaltenswerte Gebäude haben, sollten wir diese würdigen und bestmöglich für uns nutzen. Und wenn die Sache mit den ideelen Werten nicht verständlich ist, dann gibts ja immer noch die Möglichkeit, das was vorhanden ist zu vermarkten. 

Die Gebäude bereits während der Arbeit des Bundesdenkmalamtes für wertlos zu erklären, wird das Bild, das die Öffentlichkeit möglicherweise gewonnen hat, jedenfalls nicht verbessern.

Da helfen auch keine Ablenkungsmanöver. Die Vizebürgermeisterin hat nach 2 Ausschüssen, die mangels Beteiligung der Mitglieder nicht zustande gekommen sind, zu einem dritten geladen und versucht einen Rundbeschluss für die Durchführung eines Festes zu bekommen - der natürlich gescheitert ist, weil sie doch auf einen Ausschussbeschluss hätte warten sollen. Inzwischen ist auch schon klar, dass der dritte geplante Ausschuss abgesagt werden muss. Das Fest wäre für Ende August geplant gewesen. Wann hätten die teilnehmenden Vereine informiert werden sollen?

Ob jemand zurücktreten soll, der unflexibel oder einfach nur ignorant ist, bleibt jedem selbst überlassen. Die Arbeitsverweigerung anderer ist jedenfalls kein Grund.

Überschrift: frei nach W.Ambros