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am 18. Jänner

Brauchen wir die S8?

Beate Kainz - Seit Jahrzehnten wird - kurz vor Wahlen - eine Schnellstraße als Druckmittel und Wahlzuckerl verwendet. Eigentlich erstaunlich, wenn man sich die Zahlen näher ansieht.

In der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nur der kurze erste Teilabschnitt der Schnellstraße behandelt. Würde diese Straße gebaut werden, müssten die, die sie für die Fahrt nach Wien nutzen wollen, hinter Gänserndorf Süd auffahren. ​Aus der Gänserndorfer Perspektive bedeutet das: Alle, die nördlich oder östlich von Gänserndorf wohnen, fahren durch Gänserndorf Süd, damit sie die S8 erreichen. 

Der erste Zubringer wurde teilweise bereits auf der Safariparkseite errichtet. Ohne den geplanten Anschluss zwischen Weikendorf und Gänserndorf, so dass die Wiener Straße nicht einmal von den Fahrzeugen entlastet wird, die Richtung Obersiebenbrunn unterwegs sind. 

Gänserndorf Süd wird allerdings von einem weiteren Zubringer durchschnitten. In Markgrafneusiedl ist eine Anschlussstelle an die S8 geplant. Und hier wird mit einem weit stärkeren Verkehrsdruck gerechnet. Die immer wieder angekündigte Verschwenkung der Landesstraße rund um die Kirche verschiebt den Verkehrslärm nur. 

Jeder der sich mit der S8 auch nur oberflächlich beschäftigt hat, weiß das. Es geht hier um Zahlen, die im Zuge der UVP erhoben wurden. 

Eine ernsthafte Entlastung der B8 Gemeinden wäre schon lange mit dem Bau von Umfahrungen möglich gewesen. Diese hätte allerdings das Land zahlen müssen. Für den Bau einer Schnellstraße ist der Bund zuständig. 

Die Zeiten haben sich geändert. Wer heute noch glaubt, dass der Spruch "wenn der Weinviertler sein Haus verlässt, zieht er sich das Auto an" zeitgemäß ist, hat entscheidende Entwicklungen verschlafen. 

Es ist ganz egal, ob die S8 schlussendlich bewilligt wird oder nicht. Wir müssen endlich in Alternativen investieren. Investieren wir in einen flächendeckenden Öffentlichen Verkehr, in die Unabhängigkeit vom eigenen Auto. Die Zukunft liegt nicht im Bau von weiteren Straßen. 

Hochrangige Straßen ziehen den Verkehr an und verstärken die Abhängigkeit vom eigenen Auto. Gerade Gänserndorf Süd wäre massiv beeinträchtigt.