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am 15. April

Bahn oder Straße?

Beate Kainz - Wenn der Weinviertler das Haus verlässt, zieht er sich das Auto an. Ein Spruch der auch weiterhin in den meisten Fällen alternativlos bleibt.

2002 war der Ausbau zur Hochgeschwindigkeitsstrecke bereits im Generalverkehrsplan, 2021 wären schon die ersten Hochgeschwindigkeitszüge gefahren. 

Sogar vor einem Jahr waren für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Süßenbrunn und Bernhardsthal noch 224 Mio vorgesehen. Gebaut werden sollte ab 2020. Jetzt ist der Zeitraum für die Planungen auf 2021 verschoben worden. Auch dann sollen auf der Strecke Süßenbrunn - Gänserndorf nur mehr 23,5, Mio verbaut werden, zwischen Gänserndorf und Bernhardsthal 26,4 Mio. 

Der Rahmenplan endet 2023. 

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde hiermit also auf unbestimmte Zeit verschoben - auch der Viertelstundentakt zwischen Süßenbrunn und Gänserndorf. 

Dabei wäre das eine Möglichkeit, die sofort für Entspannung sorgen würde. Nicht nur bei den BahnpendlerInnen (auch weil ein Zugausfall dann kein Drama mehr ist), sondern vor allem auch auf der Straße, weil bahnfahren sofort weitaus attraktiver wäre. 

Die nördlicheren Ortschaften, die nach dem Bahnhof Gänserndorf angefahren werden, werden wohl auch in den nächsten 5 Jahren ohne Taktung auskommen müssen. Meistens fahren die Züge  stündlich, manchmal sind die Abstände kürzer, manchmal länger. 

Ein anschauliches Beispiel für die Wichtigkeit, die BahnkundInnen im Bereich zwischen Gänserndorf und Bernhardsthal zugestanden wird, ist der Dürnkruter Bahnhof. Ein großer Bahnhof, der natürlich auch von weiter entfernten Gemeinden, genutzt wird. Das Bahnhofsgebäude wurde nach dem Hochwasser 2006 nicht saniert. Inzwischen geht man wohl davon aus, dass sich die ZugfahrerInnen an ein Leben ohne Bahnhof gewohnt haben, denn jetzt soll das Gebäude abgerissen werden.

Wer beim Öffentlichen Verkehr spart, setzt auf verstopfte Straßen! 

In die Nordbahnstrecke muss dringend investiert werden. Die Nicht-Erweiterung des Fahrplans ist rein politisch motiviert - eine kürzere Taktung wäre problemlos umsetzbar! 

 


Bahnhof Dürnkrut 2018
Das Buch "Verschwundene Eisenbahnen im Weinviertel" muss wohl in Kürze um ein weiteres Gebäude ergänzt werden